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Die Skořepka-Gaststätte befindet sich im historischen Gebäude, das im Jahr 1889 im Neurenaissancestil nach den Plänen von
Antonín Wiehl (1846-1910), einem der führenden Vertreter des tschechischen Historismus und Nachfolger von Josef Zítek, dem größten tschechischen Architekten des 19. Jhs., gemeinsam mit Karel Gumperle gebaute wurde. Antonín Wiehl war ein allseitig begabtes Genie seiner Zeit. Er war nicht nur als Architekt geschätzt, sondern auch als Konservator und Restaurator gesucht, er beteiligte sich an dem Projekt des Messeareals der im Jahr 1891 in Stromovka stattfindenden Industrie- und Wirtschaftsmesse „Zemská jubilejní výstava“.
Auf den Fundamenten dreier Häuser aus dem 14. Jh., von denen eines dem Jakob von Mies (Jakoubek ze Stříbra),
dem Freund und Begleiter von Jan Hus auf dessen Weg nach Konstanz, ein anderer später dann der bedeutenden Bildhauerfamilie Brokoff, der Vertreterin des tschechischen Barocks gehörte, entstand ein einzigartiges Gebäude, für welches der tschechische Maler Mikoláš Aleš (1852-1913), einer der ausgeprägtesten Vertreter des tschechischen Neuromantismus, die Innenraumsgrafitos lieferte. Der ursprüngliche historische Medaillon am Gebäude in der Jilská-Straße stellte die Figur Kateřina z Lokšan, der Gemahlin des Statthalters aus der Zeit des Rudolf II. dar. Die Einzigartigkeit des Gebäudes wird durch die Skulptur „Morgen-Madonna mit Kind“ unterstrichen, die den Passanten segnet.
Vor dem 1. Weltkrieg wohnte der Schriftsteller, Publizist und Kulturkritiker Max Brod (1884 Prag - 1968 Tel Aviv) – der engste Freund und Biograf Franz Kafkas
(1883-1924) im dritten Stock des Hauses. Für die deutsche Bühne entdeckte er den Jaroslav Hašek mit dessen Švejk, für Leoš Janáček übersetzte er fast alle Operntexte ins Deutsche und im Jahr 1924
schrieb er die erste Biografie des Komponisten. Max Brod rettete das meiste Werk Kafkas, indem er dessen testamentarischen Wunsch nicht Folge leistete und Kafkas Manuskripte nicht verbrannte – im Gegenteil, er brachte es zur Herausgabe unmittelbar nach dessen Tod. Dank Max Brod blieb eines der größten Literaturwerke des 20. Jhs. erhalten.
Die heutigen Hausbesitzer ließen das Gebäude im Jahr 2001 mit hohem Kostenaufwand von Grund auf restaurieren. Die Fachkommission erklärte ihr Bemühen für die beste Rekonstruktion des Jahres.
Gaststätte Skorepka